Strafentlassenenhilfe: Hilfe auf dem Weg in die Freiheit

StrafentlassenenhilfeThomas Bartels begleitet Menschen nach ihrer Haftentlassung und hilft nicht nur bei organisatorischen Dingen, sondern auch bei sozialen Problemen.T. Kleinebrahm

Viele Strafgefangene verlieren in der Haftzeit ihre Selbstständigkeit. Nach der Haftentlassung müssen sie häufig erst wieder lernen, sich selbst eine Tagesstruktur zu schaffen, Entscheidungen zu treffen und selbst Verantwortung für das eigene Leben zu tragen. Hinzu kommen mitunter psychische Probleme. Wichtigstes Ziel ist es daher, schon frühzeitig eine Perspektive zu schaffen für ein Leben in Freiheit. Dadurch wird auch das Risiko gemindert, dass die Klienten erneut straffällig werden.

Schon 6 bis 9 Monate vor der Entlassung können sich Strafgefangene im Caritas-Büro in der JVA melden. Als erstes werden dann in der Regel Formalitäten geklärt, zum Beispiel ob ein neuer Personalausweis, Sozialleistungen oder eine Krankenversicherung beantragt werden müssen. Befindet sich ein Strafgefangener in ärztlicher Behandlung, gilt es auch hier die Zeit nach der Entlassung vorzubereiten, sodass die Behandlung nahtlos weitergeht. Nach der Entlassung werden die Betroffenen bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit begleitet. Dabei geht es um alle Fragen des Lebens, insbesondere aber die Begleitung zu Ämtern oder die Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle.

Schwierig gestaltet sich meist auch die Wohnungssuche für Strafentlassene. Daher hat der Caritasverband eigene Wohnungen angemietet, die den Entlassenen für eine Zeitlang angeboten werden können.

Die Strafentlassenenhilfe ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V., der Justizvollzugsanstalt Geldern-Pont und dem Bistum Münster.