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Stand: 03.04.2018

Pressemitteilung

Soziale Arbeit wird digital: Projektidee aus Geldern in Münster ausgezeichnet

Preisverleihung DigitalisierungFür eine Projektidee zur digitalen Kommunikation wurde der Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. in Münster ausgezeichnet. Den Preis nach Tobias Kleinebrahm (li.) von Diözesancaritasdiektor Heinz-Josef Kessmann (re.) entgegen.H. Westbeld

Unter den Preisträgern war auch eine Projektidee des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer e.V. Bei diesem Projekt mit dem Titel "CariTalk" geht es darum digitale Kommunikationswege zu öffnen. So sollen Ratsuchende einfach und zuverlässig eine zentrale Stelle des Verbandes erreichen können, egal ob sie telefonieren, eine Mail schicken oder einen Messenger-Dienst wie Whatsapp dafür nutzen. Damit stellt erstmals ein Caritasverband seine Kommunikation komplett auf die Bedarfe der Klienten um, denn der Ratsuchende entscheidet selbst, über welchen Kommunikationskanal er Kontakt aufnimmt. Zugleich muss er sich keine Gedanken darüber machen, beim richtigen Ansprechpartner zu laden. Die Weiterleitung geschieht im Hintergrund auf Seiten der Caritas. Den Preis für die Projektidee nahmen Andreas Becker, Vorstand des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer e.V., und Tobias Kleinebrahm, Leiter der Stabsstelle Kommunikation und Marketing, von Diözesancaritasdiektor Heinz-Josef Kessmann entgegen.

Auch mit Blick auf anderen 15 eingereichten Ideen sagte Heinz-Josef Kessmann, die Projekte zeigten nicht nur, dass das Thema Digitalisierung schon angekommen sei, sondern signalisierten dem Verband auch, welch hohen Bedarf an Unterstützung und Fortbildung es zum Thema gebe. Zugleiche gebe es auch Unsicherheit bei vielen Trägern, was auf die soziale Arbeit zukomme.

Die Dimensionen des schon erfolgten und sich noch abzeichnenden Wandels zeigte die Bonner Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Caja Thimm auf. Neben dem Thema Datensicherheit fand Thimm vor allem bedenklich, dass das Vertrauen in glaubwürdige Information schwinde. Fake News seien dabei nicht nur einfach falsche Nachrichten, sondern sie würden bewusst als Propaganda eingesetzt. Mittlerweile kämen 90 Prozent der aufgenommenen Information aus dem Internet mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Es gehe aber nicht darum, die sozialen Medien zu verteufeln, denn sie ermöglichten andererseits Engagement, wie der Aufruf zur Blutspende nach der Amokfahrt in Münster gezeigt habe.

Die Bedingungen für die Nutzung der neuen Technologien muss breit diskutiert werden, damit sie gesellschaftlich definiert werden, forderte Heinz-Josef Kessmann. Noch fehle der Streit über das Wie. Die Digitalisierung berge Chancen und Risiken. Schnell seien Mitarbeiter erreichbar über WhatsApp, aber damit auch gegebenenfalls für Arbeitgeber ständig verfügbar, nannte er als Beispiel.

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