Caritasvorstand Karl DöringMartin Deckers | Caritasverband Geldern-Kevelaer
GELDERLAND Der Caritasverband Geldern-Kevelaer warnt vor möglichen Folgen der geplanten Reform des Pflegeneuordnungsgesetzes für die Pflege und die sozialen Dienste im Südkreis Kleve. Nach den bisherigen Plänen der Bundesregierung könnte die vollständige Refinanzierung tariflicher Personalkosten eingeschränkt werden. Der Verband unterstützt deshalb die Petition "Tariftreue besser machen!" der Caritas in Nordrhein-Westfalen. Mit der Petition wird die Bundesregierung aufgefordert, die Finanzierung tariflich vereinbarter Vergütungen dauerhaft gesetzlich abzusichern.
"Wer eine gute Pflege und leistungsfähige soziale Dienste erwartet, muss auch die dafür notwendigen Personalkosten finanzieren", sagt Karl Döring, Vorstand des Caritasverbands Geldern-Kevelaer. "Tarifliche Löhne sind kein verzichtbarer Kostenfaktor. Sie sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen, zu halten und den Menschen in unserer Region dauerhaft gute Angebote machen zu können."
Die geplanten Änderungen könnten insbesondere freigemeinnützige Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste, aber auch Krankenhäuser und andere soziale Dienste wirtschaftlich unter Druck setzen. Die Träger bleiben verpflichtet, ihre Beschäftigten nach den geltenden tariflichen Regelungen zu vergüten. Gleichzeitig besteht die Sorge, dass die dadurch entstehenden Kosten künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden.
Für eine ländlich geprägte Region wie den Südkreis Kleve hätte dies nach Einschätzung des Caritasverbands weitreichende Folgen. Fehlende finanzielle Planungssicherheit könnte Investitionen erschweren, die Schaffung von Ausbildungsplätzen begrenzen und den ohnehin angespannten Wettbewerb um Fachkräfte weiter verschärfen.
"Wenn Einrichtungen ihre tariflichen Personalkosten nicht mehr verlässlich refinanzieren können, geht es am Ende nicht nur um Bilanzen", betont Döring. "Es geht um die Frage, ob pflegebedürftige Menschen auch künftig wohnortnah versorgt werden können und ob Angehörige die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Gerade im ländlichen Raum dürfen Angebote nicht aus wirtschaftlicher Not eingeschränkt werden."
Der Caritasverband Geldern-Kevelaer beschäftigt rund 1400 Mitarbeitende und ist mit etwa 60 Einrichtungen und Diensten in der Region tätig. Dazu gehören im Pflegebereich unter anderem Altenheime, Tagespflegeeinrichtungen, ambulante Pflegeteams sowie Beratungsstellen.
Die Petition ist Teil der Kampagne "besser machen" der Caritas in Nordrhein-Westfalen. Unter dem Leitmotiv "besser machen statt schlecht reden" entwickelt die Caritas konkrete Vorschläge zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Im Mittelpunkt der aktuellen Petition stehen verlässliche Rahmenbedingungen für Pflege, medizinische Versorgung und soziale Dienste.
"Unsere Mitarbeitenden übernehmen jeden Tag Verantwortung für andere Menschen", so Döring. "Sie brauchen gute Arbeitsbedingungen, und unsere Einrichtungen brauchen Planungssicherheit. Mit der Petition wollen wir deutlich machen, dass Tariftreue und eine gesicherte Finanzierung zusammengehören."
Info
Die Petition "Tariftreue besser machen!" der Caritas in NRW kann ab sofort online unterzeichnet werden:
openpetition.org/xpnhb